Rohstoff und Verarbeitung

 

Rohstoff Schafwolle

Die Wolle einheimischer Schafe erlebt eine Renaissance. Gleichzeitig erleben alte und fast vergessene Handwerke eine Wiedergeburt. Gruppen von Gleichgesinnten entstehen, in denen man sich austauscht und gemeinsam einer Fertigkeit nachgeht, die mehr ist, als nur ein Hobby. Und auch wenn sich nicht die Wolle jeder Schafrasse für die Verarbeitung zu Kleidungsstücken eignet, so kann man sie für vielfältige andere Dinge nutzen.

Nach der Schur ist vor dem Waschen

Bevor die Wolle soweit ist, dass man sie tatsächlich verarbeiten kann, ist es ein ziemlich langer Weg. Nach der Schur muss das sogenannte Vlies erst einmal sortiert werden. Dabei werden die Teile aussortiert, die sich nicht zur Weiterverarbeitung eignen. Die aussortierten Partien des Vlieses sind jedoch keineswegs nutzlos. Sie lassen sich hervorragend als Langzeitdünger im Garten verwenden. Findige Schäfereien haben dies bereits erkannt und pressen Schafwolle zu Düngepellets, die man auch übers Internet bestellen kann. Der "gute" Teil der Wolle wird gewaschen, gespült, geschleudert (ich benutze dafür eine Handschleuder) und anschließend getrocknet (ich nutze dafür Trockennetze). Ist die Wolle trocken und wird nicht sofort weiterverarbeitet, sollte man sie so aufbewahren, dass sich nicht Motten darin verirren. Ich habe sie in große Kisten gepackt und Lavendelsäckchen dazwischen gelegt. Die nächsten Schritte, aus der die Wolle vom Vlies bzw. der Flocke zum Garn wird, sind das Kardieren, entweder per Hand oder mit der Maschine und das anschließende Spinnen.